Nachdem ich in der Deutschschweiz eine Saison bei Karl‘s kühne Gassenschau gearbeitet habe, war mir am Ende klar, dass ich das Thema für meinen 2. Dokumentarfilm gefunden hatte.
Neben dem bildgewaltigen Spektakel und der bald schon 30 jährigen Theatergeschichte, haben mich in erster Linie die Menschen auf, hinter und neben der Bühne interessiert. Durch meinen persönlichen Zugang ist mir ein tiefer Einblick in den Mikrokosmos um Karl‘s kühne Gassenschau gelungen.

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Kurzinfo

Name: Heinz Winter
Geburtsdatum: 21.10.1975
Tätigkeit: Dokumentarfilmer (Produktion, Regie, Kamera und Montage)
Ausbildung: ZhdK Neue Medien (Video, Film), ZhdK Schulmusik (Querflöte)

Filmographie

2010 – 2013 Dokumentarfilm “Mikrokosmos Gassenschau” (80 Min.):
Idee, Regie, Produktion, Kamera und Schnitt.
2006 – 2009 Dokumentarfilm „Abschied vom Gstühl“ (6o Min.):
Idee, Regie, Produktion, Kamera und Schnitt.
Ausstrahlung 2009 SRF Schweizer Radio und Fernsehen
2005 – 2008 Kleinere Animations- und Dokumentarfilme im Rahmen der Ausbildung an der ZHdK.

Biographie Heinz Winter

Aufgewachsen in ländlicher Umgebung im Fricktal zog es mich mich mit 20 Jahren nach Baden, wo ich die Kantonsschule besuchte und meine Passion für Musik entdeckte. Als Multinstrumentalist in der Band „Loungechic Produktion“ spielte ich während vielen Jahren Konzerte im In- und Ausland. Parallel zu meiner musikalischen Tätigkeit wohnte und arbeitete ich im Restaurant Seerose, einer Kult-Beiz, die für viele Jahre ein wichtiger Treffpunkt für das kulturelle Leben in Baden war. Eine letzte Brache im Zentrum der Stadt, die für mich und viele andere Insel und Heimat war und leider der „Aufwertung“ der Innenstadt weichen musste.

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Hier began auch mein Interesse für das dokumentarische Arbeiten. Mein erster Dokumentarfilm “Abschied vom Gstühl” (2009) handelt von gleichnamigen Quartier und dessen Bewohnern sowie ihrem Lebensraum und dessen Begradigung im Sinne der Gentrifizierung. Was während meiner Ausbildung an der ZhdK in Zürich als kurzes Schulprojekt begann, entwickelte sich zu einem 60-minütigen Dokumentarfilmprojekt, das mich während zwei Jahren beschäftigte. Das Resultat erhielt eine regionale Kinoauswertung und wurde im Herbst 2009 auf SF1 im Format „Filmszene Schweiz“ ausgestrahlt.



Dokumentarfilm (60 Min.)
„Abschied vom Gstühl“ (2009)



Nach der Neugestaltung des Gstühlquartiers zog ich nach Zürich und schloss meine zweite
Ausbildung an der ZhdK (Film und Video) ab. Im Anschluss arbeitete ich eine Saison bei
Karl’s kühne Gassenschau an der Bar. Schnell wurde mir dabei klar, dass ich das Thema für
meinen zweiten Dokumentarfilm gefunden hatte. Bei Karl‘s kühner Gssenschau prallen Charaktere, Theatergeschichte, Generationen, Kultur, Kommerz, Wind und Regen aufeinander. Ein faszinierender Mikrokosmos, welchen ich mit der Kamera versucht habe einzufangen und den ich in meinem neuen Dokumentarfilm „Mikrokosmos Gassenschau“ dem Zuschauer erlebbar machen möchte. Während der Dreharbeiten von acht Monaten in St. Triphon arbeitete ich weiterhin an der Bar von Karl’s kühne Gassenschau. Als Teil der Truppe festigte sich das gegenseitige Vertrauen, was der dokumentarischen Arbeit einen persönlichen Zugang und die Autentität der Protagonisten im Film gewährleistete. Wie bei meinem ersten Film über das Gestühlquartier, dokumentiere ich auch in Mikrokosmos Gassenschau eine Welt aus einer inneren Perspektive, zu der ich selber dazugehörte.
Dem Kinozuschauer wird dadurch das Lebensgefühl der portraitierten Menschen spürbar gemacht.

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